MS Ostfriesland   MS Ostfriesland
1962 - 2010
Kiellegung Anfang Januar 1962
Neubau 948 Imo 5266477    
Howaldtswerke Hamburg
9995 BRT Länge über alles 162,4 m19,9m Breit/11,2 m Tiefgang
1x9 Zylinder Zweitakt Borsig Fiat Dieselmotor 10.000 PS/7356 kW und 18,5 kn
Besatzung ?? Personen, 10 Passagiere
Stapellauf 26.Mai 1962
Tagebuch meiner Reisen zur See

MS OSTFRIESLAND  1977

Ich hatte mir meinen Traum erfüllt, ich war Seemann. Dieses wurde mir klar, als ich mein erstes Seefahrtbuch in den Händen hielt. Mein älterer Freund, Steward zur See Walter Bähr, der jetzt auch mein Boss war, hatte mir diesen Traum ermöglicht.
Seine großartigen Reiseberichte hatten mich dazu beflügelt, auf einem Schiff anzumustern.

Am Freitag, dem 21. August 1977 fuhren wir mit der Bahn über Köln und Brüssel nach Antwerpen, wo mein erster Dampfer, MS OSTFRIESLAND lag. Der Abschied von zu Hause war nicht sehr leicht, ich war auch gerade erst 17 Jahre alt, und ich trat ja eine Reise in die Ungewissheit an. Wir verbrachten die halbe Nacht auf dem Kölner Bahnhof und ich fühlte mich dabei nicht gut.
Als wir dann aber Antwerpen erreichten, stieg in mir die Abenteuerlust. Da lag Sie an der Pier. Das Schiff war recht groß, die Kabine klein. Es wurde aber schnell zu meinem neuen Zuhause. Die OSTFRIESLAND war eine Schönheit. Ich wurde von den neuen Kollegen sehr gut aufgenommen.

  MS OstfrieslandÜbergabe an Bugsier - 30. Juni 1962

1977 am 7.September wurde sie in Antwerpen verkauft an Nan Yang Shipping Co., Macao (Macao) umbenannt in “Hong Yin”

1984
übertragen auf die Shanghai Ocean Shipping Co. COSCO

1999
wurde sie weiterverkauft an China Ocean Shipping COSCON in China und umbenannt in "DEE"

Ab 01.09.2010 keine Einträge mehr im Schiffsregister. Vermutlich in Alang verschrottet


Bis heute hat keiner herausgefunden wie lange sie wirklich fuhr. Vielleicht liegt sie noch irgentwo und vergammelt, Wahrscheinlicher ist der Abbruch.

Wir verholten einmal an eine andere Pier, dass war meine erste Seereise. Sonst passierte nicht viel. Wir gingen in die Stadt, veranstallteten Wettläufe an der Pier und lernten uns alle kennen.

Leider hatte das Schiff immer noch keine Charter, und die Reederei entschloss sich, ein gutes Angebot aus China anzunehmen, und verkaufte die OSTFRIESLAND kurzerhand. Ich war bei der Übergabe, als die Chinesen das Schiff bevölkerten, dabei. Für mich war das ein kleiner Schock. Ich hatte allen erzählt ich fahre in die weite Welt und nun das...?

Schon am Montag, dem 7. September fuhren Walter Bähr, der Bäcker Michael Mehnert und ich mit dem Leihwagen durch Holland zurück nach Hannover. Dieses war mein erster Aufenthalt an Bord, ohne dass das Schiff sich nur einen Millimeter aus dem Hafen bewegt hatte.
Die MS OSTFRIESLAND habe ich nie wieder gesehen.


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MS Ostfriesland II MS Ostfriesland
1978 - 2010 
MS OSTFRIESLAND
II

Kiellegung 23.August 1978
Neubau 137 Imo 7720898    
Howaldtswerke Kiel, am 22.Dezember 1978 von der Werft an Bugsier abgeliefert. Bundesflagge. Heimathafen Hamburg
12.758 BRT Länge über alles 160,03 m
, 22,85 m Breit/9,67 m Tiefgang
Zweitakt 6 Zylinder Sulzer Motor Typ 6RND68 M, 8385 kW bei 150 UpM. Freilaufender Propeller, Geschwindigkeit 17,4 kn Besatzung ?? Personen, 10 Passagiere

1980 S.A.Ostfriesland, 1981 Ostfriesland, 1984 Hodeidah Crown, 1985 Ostfriesland,
1996
Kota Selmat, 1997 Ostfriesland, 2001 X Press Annapurna, 2001 Ostfriesland,
2005
X Press Nuptse, 2006 Ostfriesland, 2007 Phefan, 2010 verkauft zum Abbruch nach Xinhui, China zum Abbruch durch Jiagmen Zhong Xin Shipbreaking Co.
Am 8.Oktober 2010 vollzogen

Tagebuch meiner Reisen zur See

MS OSTFRIESLAND II  1978 - 79

Nach meiner Reise auf der LLOYD SYDNEY hatte ich einen längeren Landurlaub.

Im Dezember 1978 erhielt ich dann von der Reederei einen Anruf, dass ich auf MS OSTFRIESLAND einsteigen solle. Hierbei handelte es sich um einen Neubau, der zur Zeit noch in der Werft lag. Die alte OSTFRIESLAND war ja nach China verkauft worden.

Am Dienstag, dem 21. Dezember, fuhr ich morgens um 7:00 h nach Kiel. Viel Arbeit wartete dort auf mich, denn alles war neu und noch teilweise verpackt. Am 23. Dezember um 7:00 h verließen wir den Hafen und durchquerten den schönen, von Kaiser Wilhelm errichteten Nord-Ostsee-Kanal. Um 22:00 h erreichten wir Bremerhaven, wo wir auch das Weihnachtsfest verbrachten. Leider konnte ich nicht nach Hause.

Am 27.12. war um 18:00 h Auslaufen, und einen Tag später machten wir gegen 12:20 h in Rotterdam fest. Wir konnten jetzt schon feststellen, dass das neue Schiff nicht so ruhig durch die See fuhr, wie unsere alten, so geliebten Frachter. Am 30. Dezember verließen wir um 08:50 h Rotterdam. Im Ärmelkanal stellte ein Sturm den Neubau auf die Probe. Vieles an Bord ging kaputt, Zwischenwände wurden durch lose Ladungsteile eingedrückt. Sicher erreichten wir am Abend des 31. Dezember 1978 um 20:00 h den Hafen von Avonmouth, Bristol, in England. Es war die Zeit der Stürme in den nördlichen Meeren. Die Charter für Seatrain sollte uns aber bald in wärmere, südlichere Gefilde führen. Sylvester verlief relativ ruhig, und an einem verregneten Dienstagmorgen, dem 4. Januar 1979, verließen wir um 09:30 h England in Richtung Mittelmeer.

Wieder erwischte uns ein wütendes Sturmtief. Es war nicht möglich zu schlafen, so schaukelte das Schiff, und wieder gab es Beschädigungen. Zur gleichen Zeit versank nicht weit von uns ein Kümo, wobei 15 Seeleute den Tod fanden. Nur ein Matrose konnte von herbeieilenden Schiffen gerettet werden. In der Biskaya hielt der Sturm noch an, als wenn er mit diesen armen Seelen nicht schon genug Opfer gefressen hatte. Erst vor der Küste Portugals klarte es auf, und die Sonne lachte vom Himmel, als wenn nichts geschehen wäre.

Am Freitag, dem 7. Januar, passierten wir die Meerenge von Gibraltar. Deutlich war die berühmte Wassergewinnungsanlage der Engländer auf dem „Affenfelsen“ zu sehen.

Am 9. Januar erreichten wir um 10:30 h mit unserem Schiff die Außenreede von Genua. Die Meldung, dass wir hier sechs Tage liegen sollten, passte unserer Charterfirma nicht, und somit fuhren wir um 19:30 h des Tages weiter in Richtung Ägypten. An Kreta vorbei fahrend, erfuhren wir, dass in Deutschland einer der heftigsten Winter seit vielen Jahren hereingebrochen war. Bei uns schien die Sonne, als wir am 13. Januar um 04:00 h in der Früh, einem Samstag, vor Port Said auf Reede gingen.

MS Ostfriesland II

In der Nacht, um 02:00 h, erfolgte die Einfahrt in den Suez-Kanal, 10:30 – 15:00 h Pause im Bitter-See, 19:00 h Ausfahrt Port Suez. Durch den Golf von Suez ging es in das von Schiffswracks übersäte Rote Meer.

Unter strahlendem Sonnenschein machten wir das Schiff gegen 10:00 h am Dienstag, dem 16. Januar, im Saudi-Arabischen Hafen von Jiddah fest. Kurz nach dem Anlegen brach ein fürchterlicher Sturm los, wie man ihn hier seit Jahren nicht erlebt hatte. Es regnete in Kübeln, die Luft sah grün aus, und man konnte keinen Unterschied zwischen Erde und Himmel erkennen. Das Schiff riss sich von der Pier los, und alle Mann mußten an Deck, um zu helfen. Dann fing es auch noch an zu hageln, welches ich schmerzhaft auf meiner Haut verspürte, da ich mit an Deck half. Binnen von Minuten war alles vorbei, und die Sonne brannte wieder erbarmungslos hernieder. Ein einmaliges Naturschauspiel.

Am Donnerstag, dem 18. Januar, fuhren wir um 08:00 h aus dem Hafen heraus. Durch die Meerenge des Golfes von Aden, bei Djibouti und der Volksrepublik Yemen, durchquerten wir den Golf von Oman. Entlang der schroffen und felsigen Küste der Wüstenstaaten ging es weiter durch die berühmte Straße von Hormuz, zwischen dem Iran und Oman. Damit hatte unser Schiff den Persischen Golf erreicht. Die Hitze, die hier herrschte, war teilweise unerträglich. Das Deckpersonal durfte bis 17 Uhr Mittagspause machen, da es draußen unmenschlich heiß war. Danach wurden Teile des Oberdecks mit Wasser abgespült, da sich die Metallplatten so erwärmt hatten, dass man Spiegeleier darauf hätte braten können.

Ostfriesland II on tour Am Dienstag, dem 23. Januar, machte die OSTFRIESLAND gegen 17:00 h in Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate, fest. Zu sehen, was für Städte als Folge des Ölsegens mitten in der Wüste entstanden sind, war mehr als beeindruckend. Am nächsten Tag liefen wir um 10:15 h aus und fuhren den langen Weg zurück Richtung Suez-Kanal.

Mittwoch, den 31. Januar, erreichten wir um 03:00 h die Reede von Port Suez. Tags darauf ging es um 00:50 h in den Kanal hinein, 04:15 im Bitter-See, weiter um 12:30, Port Said passierte unser Schiff am Nachmittag. Das Mittelmeer lag vor uns.

Am 3. Februar um 24:00 h, war unsere Charter bei Seatrain beendet, und das Schiff wurde gleich von Central Gulf Lines übernommen. Bei strahlendem Sonnenschein passierten wir an einem Sonntag die Meerenge zwischen dem italienischen Festland und Sizilien. Wunderschön war die Silhouette von Palermo und des Vulkans Ätna zu sehen. Vorbei an Korsika gingen wir am Montag, dem 4. Februar, gegen 17:00 h in Genua auf Reede und liefen am folgenden Tag um 12:00 h ein.

Von diesem Hafen aus, startete ich mit drei Kollegen einen Ausflug nach Monaco. Wir blieben über das Wochenende in Monte Carlo in einem kleinen Hotel und schauten uns die Stadt an. Zurück ging es wieder entlang der wunderschönen Küstenstraße an der Cote Azur nach Genua.

Am Montag, dem 19.02., liefen wir um 10:45 h aus, fuhren den herrlichen Weg mit dem Schiff längs der Küste Richtung Frankreich und machten abends am folgenden Tag um 21:00 h in Fos-sur-Mer, fest. Der Hafen von Fos-sur-Mer ist die Ergänzung des Marseiller Hafens, der zu klein war, um manche Waren und Schiffe, die über 300m lang waren, aufzunehmen. Man wollte aus Marseille das "Rotterdam des Südens" machen. Damals war die Hafenanlage gerade in ihrer Entstehung. Dieses Großprojekt ist bis heute nicht in seiner Gesamtheit durchgeführt worden, denn die geplante Fläche sowie die Industriekomplexe hatten pharaonische Ausmaße. Heutzutage nutzt man nur die Hälfte seiner Industriekapazität. 1979 war die Umgebung noch landschaftlich einmalig.

Die Camargue, wunderschön in seiner Pflanzen- und Tierwelt, lud uns zu langen Spaziergängen ein, und in dem kleinen, nahegelegenen Ort genossen wir den Café au Lait in der warmen Mittelmeersonne. Einst war das Dorf Fos-sur-Mer von einer außergewöhnlichen, malerischen Landschaft umgeben. Das Land der Flamingos wurde einerseits von Sumpfgebieten, anderseits von der Trockenebene, der Crau, bestimmt. Die Naturlandschaft wurde danach nach Trockenlegung der Moorlandschaft durch Industriebauten ersetzt. Die Umwelt litt stark unter den schlimmen Folgen dieses Projektes. Die Fabriken verschmutzten Luft und Wasser, die Tiere flüchteten. Das ist Fos-sur-Mer heute.

Donnerstag, den 22.Februar, liefen wir um 14:50 h aus. Wieder an Gibraltar vorbei, drangen wir mit der OSTFRIESLAND in die Tiefen des Atlantiks ein. Es wurde wieder etwas kälter, je weiter wir nach Norden kamen, aber die See blieb zum Glück ruhig.

New York 1980Am Dienstag, dem 6. März, um 06:30 h in der Früh, passierten wir die Freiheitsstatue und machten im Schatten der Wolkenkratzer von New York fest. Schon am nächsten Tag war um
20:00 h Auslaufen, aber den Vormittag nutzte ich noch, um in die City zu fahren. Sprachlos und beeindruckt schaute ich mir die Metropole an. Welch meisterliche Bauwerke! Die Liegezeiten
wurden immer kürzer, da unser Dampfer ein Containerschiff war. Da ich wusste, dass dieses die Zukunft der Seefahrt sein würde, kamen mir die ersten Überlegungen, meinen Job auf einem
solchen Schiff in naher Zukunft zu beenden. Der Gedanke wurde beflügelt durch den nächsten
Hafenaufenthalt.
Aber New York zu erleben zu dieser Zeit war ein Traum. Vor dem World Trade Center zu stehen, hinauf zublicken - unbeschreiblich.

Am 8. März gingen wir vor Baltimore, Maryland, um 11:00 h auf die Reede. Um 07:00 h am
folgenden Morgen liefen wir ein und schon wenige Stunden später, gegen 13:30 h, legten wir wieder ab. Kein Landgang!!! Entlang der schönen Küste Floridas, vorbei an den Raketenabschussrampen
von Cape Canaveral, an Fort Lauderdale und Miami, ging es durch die Inselwelt von Key West.
Dort drang unser Schiff in den Mexikanischen Golf ein.

Bei herrlichstem Sonnenschein, fuhren wir am Mittwoch, dem 14. März, an Galveston vorbei und machten um 15:30 h in Houston fest. Wiederum ging es schon am nächsten Tag um 18:00 h weiter, zurück durch die Galveston Bay in den Golf von Mexiko. Am Montag, dem 19.März, um 06:50 h liefen wir in Charleston, South Carolina, ein und wenig später um 16:00 h wieder aus. Gott sei Dank blieben wir im nächsten Hafen etwas länger.

Am Mittwoch, dem 21. März, machten wir in Baltimore um 06:30 h fest. Einige Tage Landgang waren uns gegeben, um diese schöne Stadt zu besichtigen. Erst am 26.März um 19:45 h traten wir eine lange Reise zurück nach Ägypten an. Am 4.März durchfuhren wir, begleitet von Delfinen, die Meerenge von Gibraltar um 19:00 h. Tage später ging es dicht an Malta vorbei, und am 9.April, einem Montag, lagen wir vor Port Said erneut auf Reede.

Am nächsten Tag um 06.00 h ging es in den Kanal, 14:00 h Bitter See, 18:00 h weiter, 01:00 wieder raus. Den Suez-Kanal zur damaligen Zeit zu durchfahren, war ein Erlebnis. Gesäumt vom Wüstensand gab es an dieser Durchfahrt viel zu sehen. Von den Kriegen zwischen Ägypten und Israel standen dicht an den Ufern noch zerbombte Panzer, und jedes Haus war übersät von Einschusslöchern gewaltiger Granaten. Da der Kanal sehr schmal war, konnten die Schiffe ihn immer nur in einer Richtung passieren. Im Norden bei Port Said und im Süden in Port Suez fuhren die Dampfer in Kolonnen ein. Der große Bitter-See, circa in der Mitte der Passage, war Treffpunkt. Er bot genug Platz, dass die Schiffe aneinander vorbei konnten, damit sie ihre Fahrt weiterführen konnten. Dadurch entstanden die Wartezeiten in diesem See, weil man immer auf die entgegenkommenden Schiffe warten mußte.

Für die Durchquerung musste immer Ägyptisches Personal an Bord genommen werden. Das war zwar unnötig, galt aber als Arbeitsbeschäftigung. Leider waren diese Menschen oft sehr unangenehm, und wir mußten unsere Kabinen immer verschließen. Oft kam es auch zu sehr unsittlichen Angeboten, besonders für uns junge Burschen an Bord.

Im Suez KanalAm Donnerstag, dem 12. April, erreichten wir um 16:00 h wiederum Jeddah in Saudi Arabien. Freitag liefen wir um 18:00 h schon wieder aus. Am Donnerstag Morgen, den 19.April, passierte die OSTFRIESLAND Katar und Bahrain, und gegen 17:00 h lagen wir auf Reede vor Ad Dammam.
Um 23:00 h war das Schiff fest. Am 20.04. um 24:00 h hieß es wieder auslaufen.

Sonnabend, den 21.April, gingen wir gegen 18:00 h auf Reede vor Dubai. Wir nutzten den warmen Abend, um ein wenig zu angeln. Hierzu hingen
wir riesige Sonnenbrenner an die Bordwand, und durch den gewaltigen Lichtstrahl, wurden nicht nur Fische, sondern auch eine Unmenge von hier beheimateten Wasserschlangen angelockt. Zum Schwimmen traute sich keiner von uns in das Wasser.

Am Sonntag um 04:20 h war dann Einlaufen, und um 11:40 h ging es schon wieder weiter. Landgang war nicht möglich. Das war für mich keine
Seefahrt mehr. Ich fasste endgültig den Entschluß, mir eine Arbeit an Land zu besorgen. Die neuen Containerterminals lagen weit außerhalb der
Stadt, und das Be- und Entladen von Containern ging im Minutentakt. Lange Liegezeiten waren ausgeschlossen.

So ging es auch weiter. Am 27. April liefen wir um 13:00 h in Jeddah ein und am selben Tag um 22:00 h wieder aus. Am Sonntag, dem 29. April,
lagen wir wieder ab 11:00 h auf Reede vor Port Suez.

Am folgenden Tag ging es um 08:00 h in den Kanal, den Bitter-See erreichten wir um 11:30 h, und weiter ging es um 15:30 h. Um 22:00 h passierten wir Port Said und fuhren in das Mittelmeer. Diese Durchfahrt war sehr aufregend, weil zum erstenmal seit dem Sechstagekrieg ein israelischer Dampfer den Kanal durchquerte. Das MS „CHALUP“ fuhr genau hinter unserem Schiff, und wir waren alle etwas nervös, dass auch nichts passiere.

Am Freitag, dem 4. Mai, machten wir um 16:00 h wieder in Fos-sur-Mer fest. Der Frühling war auch in Europa eingezogen, und wir nutzten die Zeit für einige schöne Ausflüge. An einem Montag, dem 7. April, verließen wir Frankreich um 22:00 h in Richtung Vereinigte Staaten. Vor der spanischen Küste drehte Kapitän Kemper mit dem Schiff eine Ehrenrunde, weil er dort zu der Zeit ein Haus hatte. Seine Familie und der halbe Ort beobachteten das Manöver vom Ufer aus.

Am Freitag, dem 18. Mai, war die OSTFRIESLAND um 16:10 h in Baltimore fest, doch schon um 19:40 h ging es weiter nach Charleston, wo wir am 20.05. auf Reede gingen und kurz darauf um 10:20 h einliefen. Einige Stunden konnten wir an Land in dieser ruhigen, wunderschönen Stadt mit Südstaatenflair verbringen. Charlston ist eine typisch amerikanische Kleinstadt, wie man sie aus dem Fernseher kennt, mit zum Teil aus Holz erstellten Häusern.

Am 21. Mai, einem Montag, fuhren wir um 20:45 h zurück nach Baltimore, wo wir am 23.05. um 6:00 h einliefen und ab 21:30 h wieder unsere weite Reise über den Atlantik antraten.Am 29. Mai, einem Dienstag, passierten wir die Inselwelt der Azoren. Eine vom Bootsmann gebaute Postboje wurde hier abgeworfen. In diese Bojen werden Briefe an die Lieben daheim abgelegt, zusätzlich etwas Geld für Porto, ein paar Flaschen Schnaps und Zigaretten. Mit Glück werden sie dann von einem heimischen Fischer aus dem Wasser geangelt und auf einer Insel zur Post gebracht. Es ist immer ein kleines Glücksspiel, aber alle Briefe sind angekommen.

Am 1. Juni passierten wir erneut Gibraltar, und am 6. Juni um 12:30 h lagen wir auf Reede vor Port Said. Am Donnerstag, dem 7. Juni, ging es nachts um 03:00 h in den Kanal. 10:20 – 14:30 h Bitter-See, 18:30 in Port Suez wieder raus. Jeddah erreichte die OSTFRIESLAND am Samstag, dem 9. Juni, um 08:30 h, am nächsten Tag hieß es Auslaufen um 15:30 h.

Erneut ging es in den persischen Golf Richtung Emirate, so dass wir am 16. Juni, einem Samstag, um 11:50 h in Ad Dammam einlaufen konnten. Der folgende Tag ließ uns um 04:15 h auslaufen und um 22:45 h in Dubai festmachen. Keine Zeit für Ausflüge, da es frühmorgens gegen 10:00 h Richtung Heimat ging.

Am 23.Juni machten wir um 18:15 h nochmals in Jiddah fest. Schon in der Nacht um 02:10 h setzten wir die Fahrt fort. Am 25.06. lagen wir ab 15:00 h zuerst auf der Außen- und dann Innenreede vor dem Suezkanal.

Die MS Ostfriesland II durchkreuzt das Mittelmeer. Sie war ein schönes Schiff. Etwas anders als ihr Vorgänger. Sie hatte einen Pool an Deck für die heissen Tage. Jeder an Bord hatte einen Einzelkamme, 2 Kammern teilten sich eine Toilette und Dusche. Das war schon etwas Luxus. Trotzdem hatte die ältere Baureihe davor mehr Klasse.
Es waren noch die richtigen Schiffe, in den Augen der Fahrensleute. Auf dem zweiten Foto lagen wir in Port Said auf Reede. Hier wurden diese Souvenierfotos gemacht. Eine bleibende Erinnerung an eine schöne, nie mehr widerkehrende Zeit.
 

Dienstag, den 26.Juni, liefen wir um 06:30 ein, ankerten von 10:00 bis 12:30 h im Bitter-See, nutzten die Zeit für ein Bootsmanöver und verließen den Kanal bei Port Said um 19:40 h. An einem Freitag, dem 29.06., passierten wir bei strahlendem Sonnenschein die Insel Elba und gingen um 20:50 h auf Reede vor Livorno in Italien. Der nächste frühe Morgen sah unser Schiff um 07:10 h einlaufen.

Am Montag, dem 2. Juli, um 22:00 h, war Auslaufen angesagt, und somit erreichten wir zum letzten Mal auf dieser Reise, am Dienstag, dem 3. Juli um 17:30 h Fos-sur-Mer, in Frankreich.Der Seesack war schnell gepackt, und gegen 20:00 ging ein Teil der Crew, mit mir zusammen, von Bord. Ein letzter Blick auf das Schiff, welches ein halbes Jahr meine Heimat war.

Wir verbrachten die Nacht in einem schönen Hotel in Marseilles, leerten die Minibar und nach wenigen Stunden Schlaf stand ich am folgenden Morgen um 08:30 h schon wieder auf.
Mittags flogen wir über Lyon nach Frankfurt, dort hieß es by by zu sagen zu den meisten Kameraden, und meine Maschine ging weiter nach Hannover.

 
Hodeida Crown 

 

ACHTUNG !! Diese Seite wurde 2019 überarbeitet. Sie ist noch nicht ganz fertiggestellt.
Es kommen noch neue Geschichten dazu, also schaut mal wieder vorbei.. Ahoy

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André Krüger       .